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Red Bulls Mexiko-Pannen sind eine Frage von Disziplin und Starts, nicht von Tempo

Verstappens Rückversetzung in der Startaufstellung und ein wiederkehrendes Startproblem zeigen ein schnelles, aber nachlässiges Team. Die Rennleitung muss für alle denselben Maßstab anlegen.

Veröffentlicht
31. Oktober 2026
Lesezeit
3 min
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KI-generiertes Bild

Ist Red Bull langsam oder einfach nur unordentlich? Nach dem Freitag in Mexiko-Stadt neigen wir klar zur zweiten Antwort. Die beiden Red-Bull-Autos waren im zweiten Training Fünfter und Sechster, hinter Ferrari, McLaren und Mercedes – das ist kaum eine Krise. Die Krise steckt in den Details: eine Strafe im Training, ein zur Rennleitung zitierter Fahrer und ein Startproblem, das das Team in diesem Jahr nach eigenen Angaben nicht vollständig beheben kann.

Max Verstappen und Liam Lawson von Racing Bulls kollidierten im zweiten Training. Wie Reuters berichtete, erhielten beide eine Rückversetzung um einen Startplatz und einen Strafpunkt, nachdem sich die Autos seitlich berührt hatten. Beide Fahrer räumten laut der Entscheidung der Rennkommissare ein, die Manöver seien unnötig und „ungeschickt“ gewesen. Die Kommissare verschärften die sonst übliche förmliche Verwarnung, weil die Teams am selben Tag bereits vor ähnlichen Vorfällen im Training gewarnt worden waren.

Ein Platz Rückversetzung ist wenig. Das Signal nicht.

Wegen eines Startplatzes verliert niemand ein Rennen. Verstappen selbst sagte, es ändere nichts an seinem Wochenende. Aber crash.net weist darauf hin, dass Startplatzstrafen für Zwischenfälle im freien Training äußerst selten sind. Das zeigt, dass die Kommissare ein Zeichen setzen wollten – und es traf den größten Namen des Sports.

Was uns stört, ist der Kontext. Laut dem FIA-Dokument war Verstappen auf einer Vorbereitungsrunde und Lawson auf einer Abkühlrunde. Keiner jagte eine Rundenzeit. Auf uns wirkte es wie zwei Fahrer, die in einer Session um Positionen kämpfen, die eigentlich der Datensammlung dient. Und Verstappen belehrte Lawson, „wenn man um sein Cockpit kämpft, ist das kein sehr kluges Verhalten“, und erhielt dann dieselbe Strafe. Aus unserer Sicht ist das das unvorteilhafteste Detail des Tages für einen vierfachen Weltmeister.

Die Starts verraten das Wesentliche

Die größere Geschichte bei Red Bull spielt nicht im Raum der Rennkommissare. Teamchef Laurent Mekies sagte, die schwachen Starts hätten mit Motor, Getriebe und Kupplung zu tun, und, wie grandprix.com zusammenfasst, eine vollständige Lösung muss bis 2027 warten. Verstappen und Hadjar haben in dieser Saison beide Probleme beim Wegkommen.

Das ist ein ungewöhnlich ehrliches Eingeständnis, und wir respektieren es. Es bedeutet aber auch, dass Red Bull in den letzten fünf Rennen wohl schon vor der ersten Kurve Plätze abgeben wird. Ein Team, das schlecht startet, hat allen Grund, Positionen aggressiv zurückzuerobern, und ein Fahrer, der weiß, dass sein Sonntag mit einem Rückstand beginnt, könnte versucht sein, auch den Freitag als Kampf zu behandeln. Diesen Zusammenhang vermuten wir nur; in den Unterlagen sagt das niemand. Er passt aber ins Muster.

Unterdessen verteidigte Mekies den Teamgeist gegen Christian Horners Behauptung, das Team habe „seinen Mojo verloren“, und crash.net berichtet, Red Bull sei Dritter der Konstrukteurswertung, punktgleich mit McLaren, aber nach Platzierungen vorn. Das ist eine echte Wende. Es lässt ein Wochenende vermeidbarer Unordnung noch nachlässiger wirken.

Rennkommissare: langweilig konsequent sein

Die Begründung der Kommissare verwies auf die Konsistenz mit früheren Fällen von Kontakten im Training, und das halten wir für das richtige Prinzip. Eine Warnung in der Teamchef-Besprechung, gefolgt von einer Strafe, wenn sie missachtet wird, ist klar und fair. Unsere Forderung ist einfach: Das muss identisch gelten, ob es sich um einen Red Bull, einen Racing Bulls oder ein Auto aus dem Feldende handelt. Der nächste Kontakt im Training wird der Test. Hängt das Ergebnis vom Namen des Fahrers ab, verliert die Eskalation ihre Glaubwürdigkeit.

Red Bull kann das Disziplinproblem schon morgen beheben

Red Bull hat an diesem Wochenende offenbar kein Tempoproblem. Es hat ein Startproblem, das es nach eigenen Angaben nicht lösen kann, und ein Disziplinproblem, das sich morgen lösen ließe. Verstappen sollte sich den Kampf für den Sonntag aufsparen, und die Kommissare sollten den am Freitag gesetzten Maßstab beibehalten. Geschieht beides, ist die Strafe um einen Platz in der ersten Runde vergessen. Falls nicht, wirkt sie wie das erste Warnzeichen für ein chaotisches Saisonende.

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