Football (NFL)
Sportsfera-Redaktion
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Die Quarterback-Tiefe der Ravens war nie ein Plan – jetzt ist sie eine Krise

Lamar Jacksons Daumenoperation und eine 10:36-Niederlage zeigen einen Kader, der auf einen Mann zugeschnitten ist – mit einem ungedrafteten Rookie als letzter Option.

Veröffentlicht
2. November 2026
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3 min
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Foto: Maryland GovPics / Wikimedia Commons (CC BY 2.0)

Wie kommt ein Team mit einem zweifachen MVP dazu, gegen die Bills einen ungedrafteten Rookie spielen zu lassen, der die Woche über im Practice Squad Josh Allen imitiert hat? Das ist nicht bloß Pech. Aus unserer Sicht ist es ein Planungsversagen mit Schleife.

Das ist passiert. Lamar Jackson kehrte nach drei Spielen Pause wegen einer Knöchelverletzung zurück und hielt eine Spielzug lang durch. Sein rechter Daumen verhakte sich offenbar am Arm von Bills-Passrusher Greg Rousseau, wie die Spielzusammenfassung der Bills selbst berichtet. Trainer Jesse Minter sagte, es werde „eine Operation“ nötig sein und Jackson komme auf die Injured Reserve List. Danach schied Tyler Huntley mit einer Zehenverletzung aus, und Joe Fagnano von der UConn gab sein NFL-Debüt. Buffalo gewann 36:10, Baltimore steht nach der dritten Niederlage in Folge bei 4:4, so Field Level Media.

Der Daumen war Pech. Die leere Speisekammer nicht

Zunächst zur Fairness: Wenn die Hand eines Quarterbacks beim Nachschwung einen Verteidiger streift, ist das ein extrem seltener Spielzug. Dagegen kann niemand etwas einplanen, und niemand sollte so tun.

Die eigentliche Frage ist aber, wer hinter dem Stammspieler steht. Baltimores Saison hängt nun an einem erfahrenen Ersatzmann, der in den drei Wochen zuvor gestartet war und mit einer Zehenverletzung ausschied, und an einem Rookie, der kaum Wiederholungen mit der ersten Offensive bekam. Minter selbst erklärte, Fagnano habe in der Woche im Practice Squad Allen nachgeahmt. So klingt ein Team ohne Spielraum.

Die Bilanz stützt das. Sports Illustrated wies darauf hin, dass die Ravens in dieser Saison nur 1 von 3 Spielen ohne Jackson gewonnen hatten. Drei Spiele sind eine kleine Stichprobe, daher wollen wir das nicht überbewerten. Es passt aber zu allem, was wir am Sonntag gesehen haben: Fehlt der Star der Franchise, ist das Niveau sehr niedrig.

Die Offensive Line ist die Geschichte hinter der Geschichte

Fagnano beendete das Spiel mit 10 von 21 angekommenen Pässen für 91 Yards, einer Interception und einem verlorenen Fumble. Baltimore kam insgesamt auf 144 Yards. Diese Zahlen sagen weniger über einen Rookie aus als über die Männer vor ihm.

Buffalo blitzte 20-mal, ein Saisonhöchstwert, und die Ravens kamen dagegen auf 2,5 Yards pro Spielzug, so die Zusammenfassung der Bills. Sie verwandelten 3 von 13 dritten Versuchen. Selbst ein gesunder Jackson hätte Mühe gehabt, einen solchen Nachmittag zu überstehen, und Huntley fiel ebenfalls aus.

Die lokalen Autoren von Baltimore Beatdown fanden deutliche Worte. Einer argumentierte, die Ravens hätten sich in den vergangenen Jahren dafür entschieden, bei den Linien „Moneyball“ zu betreiben, und General Manager Eric DeCosta habe das Problem nicht gelöst; wie schlecht der Rest des Teams aussehe, sei „eine direkte Anklage gegen DeCosta“. Das sind Meinungen eines fanorientierten Mediums, keine Fakten. Wir glauben dennoch, dass sie auf etwas Reales hinweisen. Quarterback-Tiefe und Qualität der Line sind dasselbe Problem: Entweder man schützt sein wertvollstes Gut mit echten Investitionen, oder man zahlt dafür, wenn es kaputtgeht.

Was Baltimore jetzt tun sollte

Die Versuchung wird groß sein, panisch zu traden oder absichtlich zu verlieren. Beide Extreme würden wir meiden. Eine kurzfristige Reaktion auf einen hässlichen Sonntag ist genau das, womit Teams eine schlechte Saison noch verschlimmern.

Unsere Empfehlung ist einfach: die nächsten Wochen als Bestandsaufnahme nutzen. Herausfinden, ob Fagnano oder Huntley hinter einer notdürftig zusammengeflickten Line funktionieren können, und ehrlich entscheiden, ob dieser erfahrene Kern noch ein Zeitfenster hat. Die Autoren von Baltimore Beatdown brachten ins Spiel, zur Trade-Deadline zu verkaufen und mit Draft-Picks aufzubauen. Das wäre schmerzhaft, aber eine vertretbare Lesart, wenn das Team weiter verliert.

Auch der Zeitplan ist unklar. Eine Operation ist nötig, und ABC News zitierte Minter mit der Aussage, die Verletzung könne das Saisonaus bedeuten. Einen Rückkehrtermin sollte niemand fest einplanen.

Unser Urteil: Die Ravens waren nie ein Titelkandidat, wenn so viel an einem einzigen Spieler hängt. Jacksons Verletzung hat die Lücken im Kader nur nicht mehr verbergbar gemacht. Die Aufgabe der Vereinsführung in diesem Winter ist es, das Team um ihn herum aufzubauen, statt nur zu hoffen, dass er auf den Beinen bleibt.

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