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Sportsfera-Redaktion
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Juves Sieg gegen Napoli sagt weniger über Spalletti als über Napolis dünnen Kader

Juventus gewinnt endlich ein großes Spiel, doch ein Napoli ohne Højlund und nach der Pause ohne De Bruyne und Di Lorenzo verrät mehr als jede taktische Meisterleistung.

Veröffentlicht
2. November 2026
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4 min
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Foto: Gianluca Scarfò / Wikimedia Commons (Public domain)

War das eine Wiederauferstehung von Juventus oder ein Zusammenbruch von Napoli? Wer sich zehn Minuten mit den italienischen Spielberichten beschäftigt, findet beide Erzählungen, aber nur eine davon hält stand, sobald man auf die Aufstellungen schaut.

Das ist passiert: Juventus besiegte Napoli am 10. Spieltag im Allianz Stadium mit 2:0, beide Tore fielen in der zweiten Halbzeit. Kerim Alajbegovic traf aus der Distanz, spät folgte Jérémie Boga, ebenfalls aus der Ferne. ESPN nannte sie sensationelle Tore. Marianucci sah wenige Minuten nach dem Führungstreffer Gelb-Rot, Bogas Schuss fiel also gegen zehn Mann. Juve klettert laut der Serie-A-Berichterstattung von Zazoom auf 17 Punkte und Platz sieben, Napoli bleibt bei 14.

Spalletti hat das Durchatmen verdient, keine Trophäe

Zuerst die Anerkennung: Juventus kam nach einer 0:2-Niederlage in Genua, verbrachte mehrere Tage im Mannschaftsretreat und antwortete mit einem Sieg. Boga sagte, das Retreat habe die Gruppe zusammengeschweißt, und Spalletti lobte in seinen Aussagen nach dem Spiel die Spieler und das Publikum. Das zählt für einen Trainer, dessen Position unter Druck stand.

Aber man muss sich ansehen, wie das Spiel gewonnen wurde. Die erste Halbzeit verlief im niedrigen Tempo, mit einem Pfostenschuss von Cabal und einer Chance von Lucca, die Vicario parierte. Die Tore fielen durch zwei Distanzschüsse, einer davon von einem Einwechselspieler. Ein schöner Knaller gefällt uns, aber unserer Ansicht nach lässt sich kaum von einem wiederholbaren System sprechen, wenn die Belege aus zwei Momenten individueller Klasse bestehen. Unsere Einschätzung: ein gutes Ergebnis und eine ordentliche Reaktion, aber kein Beweis dafür, dass Juves Struktur repariert wäre.

Bemerkenswert ist auch, dass sich die Quellen nicht einmal auf die Formation einigen können. Berichte führen Juve im 4-4-2, im 4-2-3-1 und im 4-3-3. Wie auch immer man es nennt: Aus den Spielberichten geht keine klare taktische Handschrift hervor, die wir Spalletti als Grund für den Sieg zuschreiben könnten. Das ist ein weiterer Grund, das Ergebnis nicht überzuinterpretieren.

Napoli verlor durch Verschleiß und durch zu tiefes Stehen

Nun zu Napoli. Højlund fiel wegen einer Grippe aus, weshalb Lucca in die Startelf rückte, wie Stabia Channel berichtet. Zur Pause kamen Di Lorenzo und De Bruyne vom Platz, wobei De Bruyne Berichten zufolge etwas müde und nicht in Bestform war. Allegri saß eine Sperre ab, deshalb leitete Landucci das Team an der Seitenlinie. Marianucci, der sein Saisondebüt gab, sah in der ersten Halbzeit Gelb und in der zweiten Gelb-Rot.

Das ist viel Unruhe für ein einziges 90-Minuten-Spiel. Die Spielernoten von Calciomercato beschrieben De Bruynes Abend als den eines gewöhnlichen Sterblichen und hielten fest, er sei in dieser tiefen Rolle kein Lobotka. Wir würden den Punkt weiter zuspitzen: Napoli baute sein Mittelfeld um einen Spielmacher herum, der nicht in Bestform war, und hatte dann keinen erkennbaren Plan mehr, als er ausgewechselt wurde. Stabia Channel schreibt, Napoli sei nach der Pause zu tief gerutscht, und die Noten von CalcioNapoli24 beklagen, dass die Mannschaft in der zweiten Halbzeit nie angegriffen habe.

Hier wird Spalletti selbst interessant. Er sagte, Juve sei in Schwierigkeiten gewesen, weil Spieler gefehlt hätten, und nicht nur deshalb. Er hätte damit jede der beiden Kabinen beschreiben können. Der Unterschied ist unserer Sicht nach, dass Juve genug Qualität auf der Bank hatte, um das Spiel zu drehen, mit den eingewechselten Boga und Zhegrova, während Napolis Wechsel meist nur dieselben Probleme neu sortierten.

Juve darf feiern, Sorgen sollte sich Napoli machen

Wir würden die Verantwortung so aufteilen: etwa ein Drittel für Juves Qualität in den entscheidenden Momenten, den Rest für Napolis fehlende Kadertiefe und einige vermeidbare Entscheidungen wie Marianuccis zweite Gelbe Karte. Schon vor dem Anpfiff hielt die Vorschau von El-Balad fest, dass Fabio Cannavaro über die Verletzungen gesprochen hatte, für die Napoli in dieser Saison bereits bezahlt hat, und dass Buongiorno bis zum Jahreswechsel ausfällt, während Bremer bei Juve fraglich war. Dieses Spiel würde zwangsläufig davon geprägt sein, wer auf dem Platz stand.

Unser Urteil lautet daher: Juve darf den Sieg zum 129. Geburtstag genießen, aber niemand sollte von einer Wende sprechen, bevor das Team Leistungen aneinanderreiht, die nicht auf zwei Distanzschüssen beruhen. Für Napoli ist die Lehre unbequemer. Wenn der Plan auf De Bruyne, einem Anspielpunkt vom Typ Højlund und einer eingespielten Abwehr basiert und ein einziges Wochenende die Hälfte davon wegnimmt, dann ist das Problem nicht ein schlechter Sonntag. Es ist ein Kader ohne Plan B. Das, mehr als alles, was Spalletti sich ausgedacht hat, ist die Geschichte dieses Spiels.

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