Ferraris Debakel in Mexiko braucht klare Regeln statt Rüffel
Hamilton und Leclerc kosteten Ferrari in Mexiko den Sieg, und Vasseurs öffentliche Aussage zum „Mangel an Respekt“ kommt zu spät. Das Team braucht klare Regeln vor dem Start.
KI-generiertes Bild
Was nützt eine Pole-Position, wenn die eigene Box den Sieg an einen Red Bull verschenkt? Diese Frage sollte sich Ferrari nach Mexiko-Stadt stellen: Ein Auto, das nach Hamiltons Worten das Tempo zum Sieg hatte, wurde Zweiter und Vierter, während Max Verstappen den Pokal entgegennahm.
Die Kurzfassung: Lewis Hamilton startete von der Pole, Charles Leclerc überholte ihn früh und machte den Überholvorgang perfekt, indem er in Kurve 4 die Strecke verließ, und Verstappen schlüpfte durch. Laut Crash.net erhielt Leclerc eine Fünf-Sekunden-Strafe, während Hamilton verärgert war, dass die Position nicht zurückgegeben wurde und dass er im vergangenen Jahr für ein ähnliches Manöver 10 Sekunden bekommen hatte. Hamilton wurde Zweiter, nachdem er Leclerc beim Neustart nach einer roten Flagge überholt hatte. Leclerc wurde nach einem heftigen Verbremser Vierter. Vasseur sagte anschließend, es falle ihm schwer, einen „Mangel an Respekt“ gegenüber den Menschen zu akzeptieren, die für die Fahrer arbeiten, wie Eurosport Italia berichtet.
Das Problem wurde vor dem Start entschieden, nicht nach der Zielflagge
Hamilton sagte, die Fahrerbesprechung sei eindeutig gewesen: Wer in Kurve 1 abkommt, gibt die Position zurück. Mag sein. Doch laut dem Bericht von Adnkronos sagte die Ferrari-Boxenmauer Leclerc, er solle vorne bleiben, die Position müsse an Hamilton zurückgegeben werden, und Verstappen liege nun zwischen ihnen. Falls das stimmt, gab das Team mitten im Rennen eine Anweisung, die schlecht zu dem passte, was nach Hamiltons Darstellung vereinbart war, und ließ ihn dann am Funk schmoren. Was in welchem Raum genau gesagt wurde, können wir nicht wissen. Genau das ist der Punkt: Ein Team mit zwei Fahrern, die vorn kämpfen, sollte seine eigenen Regeln nicht am Sonntagabend aus dem Gedächtnis rekonstruieren.
Unsere Einschätzung: Ein Duell der Teamkollegen in der ersten Runde ist kein Skandal. Es ist ein vorhersehbares Ereignis. Ferrari hatte einen Pole-Setter und einen Fahrer auf Startplatz drei, beide schnell. Offen war nur, wie die Linie des Teams aussehen würde. Bleibt sie vage, passiert, was wir gesehen haben: ein Zusammenprall der Auslegungen, eine Entscheidung der Rennkommissare und ein Sieg für Verstappen, den Ferrari nach dessen eigener Aussage gegenüber Crash.net erleichterte, indem das Team es sich „selbst schwer machte“.
Vasseurs öffentlicher Rüffel ist zu wenig und zu spät
Formularace weist darauf hin, dass sich Vasseur zum ersten Mal öffentlich über das Verhalten seiner Fahrer beklagt hat. Das ist ein Signal, und es hat zwei Seiten. Es zeigt, wie ernst der Schaden war. Es legt auch nahe, dass die internen Hebel nicht ausreichten oder nicht früh genug betätigt wurden.
Auch den Begriff „Mangel an Respekt“ halten wir für leicht danebengegriffen. Wenn zwei ehrgeizige Fahrer um die Führung kämpfen, ist das keine Respektlosigkeit gegenüber der Fabrik. Respektlos wäre es, eine Regel zu ignorieren, auf die sich alle verpflichtet haben. War die Regel unscharf, trifft der Rüffel die Falschen. Und ein öffentlicher Tadel verhärtet in der Regel die Fronten. Hamilton hatte „ernsthafte Gespräche hinter den Kulissen“ gefordert. Vasseurs Äußerungen im Fernsehen bewirkten das Gegenteil von Vertraulichkeit.
Was Ferrari jetzt tun sollte
Aufschreiben. Wer gibt nach einem Überholmanöver neben der Strecke nach, wie schnell, und wer entscheidet: der Fahrer, die Boxenmauer oder ein festes Protokoll? Für beide Autos identisch. Und dann gleich durchsetzen, ob es sich um einen siebenmaligen Weltmeister oder seinen Teamkollegen handelt. Ein öffentlicher Streit darüber, wer recht hatte, ist dafür das falsche Forum. Das gehört intern geklärt, mit einem eindeutigen Ergebnis.
Das Positive ist real. Hamilton sagte, das Auto sei deutlich besser geworden, Ferrari sei mit der alten Motorspezifikation gefahren, und das Tempo zum Sieg sei vorhanden gewesen. Solche Belege bekommen Teams selten umsonst. Ferrari hat ein Auto, das nach Hamiltons Worten gewinnen konnte, zwei Fahrer, die gewinnen wollen, und ein Managementproblem, das mehr kostet als jede Strafe.
Unser Urteil: Schluss mit den öffentlichen Rüffeln, stattdessen das interne Regelwerk veröffentlichen, zumindest gegenüber den Fahrern. Pole, schnelles Auto und ein verlorener Sieg: Diese Geschichte darf sich Ferrari nicht noch einmal leisten. Beim nächsten Mal sollte der Streit vor der ersten Kurve geklärt sein, nicht am Funk.
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